Bankett für Achilles
Karl Achilles, 65 Jahre alt und dreißig Jahre im Chemie-Kombinat Bitterfeld tätig, geht in Rente. Bitterkeit befällt ihn an seinem letzten Arbeitstag. Er ist noch kräftig und aktiv, aber er weiß auch, dass er den Anforderungen, die an ihn als Meister gestellt werden, nicht mehr gewachsen ist. Deshalb geht er freiwillig. Ein Jüngerer, der Hochschulabsolvent Bahre, macht schon Probesitzen auf Achilles‘ Arbeitsplatz. Bereichsleiter Walura gibt ein Bankett zur ehrenvollen Verabschiedung - nebst Prämie und der üblichen Lobhudelei. Und zu Hause laufen die Vorbereitungen für die private Feier am Abend, von seiner neuen Lebensgefährtin organisiert. Auch die Kinder sind gekommen. Das alles macht Achilles den Abschied vom Betrieb, den er seit 1945 mit aufgebaut hat, nicht leichter. Auf seinem Weg durch die Stadt macht er Rast auf einer Parkbank, neben zwei Rentnern. Er zerstört sein Blumenbeet auf der Industriehalde, wo er besonders widerstandsfähige Blumen züchtete, um die verunstaltete Landschaft zu verschönen. Er flüchtet von der Familienfeier. Am nächsten Morgen geht er zu seinen Blumenbeeten und richtet sie wieder her.



















