Wettkampf der Schmiede: Leidenschaft für ein altes Handwerk
Glut, Hammer, Zange und Amboss – seit Tausenden Jahren formt der Mensch aus Metall Waffen, Werkzeuge oder Kunstgegenstände. Bei der Schmiede-WM im italienischen Stia messen sich die Besten der Zunft. Auch zwei Lehrlinge aus Hamburg möchten sich im Wettkampf gegen 250 Konkurrenten behaupten. Sie treten nicht nur für den Sieg, sondern auch für den Erhalt ihres Handwerks an. Schmiede weltweit fiebern der Weltmeisterschaft ihres uralten Handwerks entgegen, die alle zwei Jahre im toskanischen Stia stattfindet. Auch Meister Johannes Rienhoff aus Hamburg. Dieses Jahr schickt er zwei talentierte Lehrlinge nach Italien. Alex Sun, im vierten Lehrjahr, möchte in drei Stunden eine Figur aus der griechischen Mythologie herstellen. Im Wettbewerb hat er nur einen einzigen Versuch – unter Zeitdruck, vor Publikum und bei großer Konkurrenz. 250 Schmiedekünstler aus der ganzen Welt treten an. Entsprechend gilt im Vorfeld: üben, üben, üben. Solange, bis jeder Schlag sitzt. Toranlagen, Balkonbrüstungen, Brückengeländer – in vielen Städten sind sie noch handgeschmiedet und seit Jahrhunderten Teil des Straßenbildes. Doch die Handwerker, die solche Arbeiten erhalten oder neu schmieden können, werden weniger. Allein in Deutschland ist die Zahl der Auszubildenden in den vergangenen zehn Jahren fast um die Hälfte gesunken. Derzeit gibt es nur rund 250 Lehrlinge in diesem Beruf. Schmied Johannes Rienhoff in Hamburg bildet in seiner Werkstatt fünf von ihnen aus – mehr, als viele Betriebe überhaupt noch Mitarbeiter haben. Er sagt, diese Arbeit benötigt Menschen: »Das wird keine KI schaffen, das wird auch kein komischer Metalldruck schaffen. Es wird immer Menschen geben, die mit ihren Händen und mit ihrem Auge Dinge mit Seele produzieren.« Für seine Lehrlinge ist die WM in Italien mehr als nur ein Wettkampf. Hier wird ihr Handwerk zelebriert und bewiesen, wie lebendig es noch ist. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (09.03.2026)



















