Mein Leben mit 200 Kilo: Letzte Hoffnung Magenband-OP
Der Kampf gegen Übergewicht und Fettleibigkeit gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Nie zuvor waren die Menschen so dick wie heute. Wissenschaftler schlagen Alarm: 2035 könnte mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung an Adipositas leiden. Ein ernst zu nehmendes Problem – auch in Deutschland. Die SPIEGEL-TV-Reportage von Antje Diller-Wolff begleitet Menschen, die seit vielen Jahren mit ihrem Gewicht kämpfen und sich nach unzähligen Diäten für eine radikale Maßnahme entscheiden: eine OP am Magen. Steffen, 56, ist schon von Geburt an schwerer als die Norm. Mit 10 schickt ihn seine Mutter auf Hungerkur in eine Abnehmklinik, es folgt eine jahrzehntelange Jo-Jo-Effekt-Karriere. Am Ende wiegt er mehr als 200 Kilo. Und ist krank: Diabetes mellitus, Gelenk- und Rückenschmerzen, Luftnot und Herzbeschwerden. Steffens Zustand: zeitweise lebensbedrohlich. 2007 wird ihm ein Magenband eingesetzt. Er nimmt danach radikal ab, wiegt nur noch die Hälfte. Doch der Gewichtsverlust bleibt nicht ohne Folgen: Steffens Psyche treibt ihn bis in die Bulimie. Melanie, 48, ist der personifizierte Albtraum eines jeden frisch operierten Adipositas-Patienten. Ihr Schicksal zeigt, dass es Rückfälle geben kann, die alle Träume und Hoffnungen auf das neue, schlanke Leben zunichtemachen. Nachdem Melanie sich 2003 mit einem Gewicht von 210 Kilo einer Magen-OP unterzieht, nimmt sie zunächst 100 kg ab, legt bald fast genauso viele Kilos wieder darauf. 2017 folgt der nächste Eingriff. Drei Jahre später wird Melanie eine 20 Kilogramm schwere Fettschürze am Bauch entfernt. Heute wiegt die 48-Jährige 170 kg und kämpft weiter, auch als Vorsitzende einer Adipositas-Selbsthilfegruppe in Frankfurt am Main. Es gibt nur noch wenig Hoffnung, neue Medikamente könnten der einzige Ausweg aus der Adipositas für sie sein. (21.03.2025)



















