Jean-Marie Frin

Jean-Marie Frin

Jean-Marie Frin ist ein französischer Schauspieler, geboren am 25. Februar 1949 in Caen. Er entdeckte seine Leidenschaft für das Theater am Théâtre Maison de la Culture (TMC) unter der Leitung von Jo Tréhard. 1969 engagierte ihn Regisseur Yves Graffey für das Stück „Équipée bizarre au Cirque Bazile“, das er anschließend an der Comédie de Caen inszenierte. Von da an arbeitete er ununterbrochen, sowohl mit diesem als auch mit anderen Ensembles, insbesondere dem Théâtre du Gros Caillou. Nach dessen Gründung durch Yves Graffey im Januar 1973 wurde er festes Ensemblemitglied und blieb es mehrere Spielzeiten lang. Ab 1977 arbeitete er zeitweise mit Jean-Pierre Dupuy am Théâtre d'Alençon. 1980 lud Michel Dubois ihn ein, dem festen künstlerischen Team der Comédie de Caen beizutreten. Unter seiner Regie und der anderer Regisseure wie Claude Yersin, René Loyon, Daniel Girard, Jean-Pierre Sarrazac und Philippe Sireuil inszenierte er Werke klassischer und zeitgenössischer Autoren, von Shakespeare, Pirandello und Strindberg bis hin zu Brecht, Kroetz und Duras. Er wirkte an der künstlerischen Gestaltung und Leitung des Centre Dramatique mit und war bis 1991 aktiv in diesem Projekt tätig. An der Comédie de Caen lernte Jean-Marie Frin Jean-Louis Benoît kennen und begann mit ihm an einer Inszenierung von „Les vœux du président“ (Die Wünsche des Präsidenten) zu arbeiten. Benoît holte ihn daraufhin ans Théâtre de l’Aquarium und 2002 ans Théâtre de la Criée in Marseille. Aus dieser rund zwanzigjährigen Partnerschaft gingen etwa zehn Theaterproduktionen hervor, darunter Shakespeares „Heinrich VI.“, Elio Vittorinis „Gespräch in Sizilien“, Carlo Goldonis „Die Ferien-Trilogie“ und Jean-Louis Benoîts „De Gaulle im Mai“. Gleichzeitig kreuzten sich seine Wege mit denen von René Allio, der ihm 1986 mit der Rolle in seinem Film „Ein Doktor der Aufklärung“ den Einstieg in die Filmwelt ermöglichte. Von diesem Zeitpunkt an boten ihm Regisseure wie Luc Béraud, Alain Chabat, Sophie Marceau, Brian De Palma, Romain Goupil, Costa-Gavras, Jacques Malaterre, Caroline Champetier, Xavier Giannoli und viele andere eine Vielzahl von Rollen in über sechzig Filmen für Kino und Fernsehen an. Besonders hervorzuheben ist sein Auftritt in Xavier Beauvois’ Film „Von Menschen und Göttern“, der 2010 den Großen Preis der Filmfestspiele von Cannes gewann. Er wirkt weiterhin an Theaterprojekten mit, insbesondere mit Jean-Paul Wenzel, unter anderem mehrfach im Rahmen der Rencontres d’Hérisson, sowie mit Matthias Langhoff für Kleists „Friedrich, Prinz von Homburg“ und Tschechows „Drei Schwestern“. Zudem arbeitete er mit Jean-Luc Lagarce, Christophe Rouxel, Jean-Yves Lazennec, Peter Zadek, Hervé Lelardoux, Guy Delamotte, Guillaume Dujardin, Jacques Osinski, Gilbert Rouvière, Luc Bondy, Mickaël Serre, Vincent Goethals, Jean-Louis Hourdin, Michel Didym, Laurent Delvert und Anna Ventura zusammen. In Begleitung dieser Regisseure wird er sich an Ghelderode, Musset, Sophokles, Gide, Genet, Congreve, Lenz, Labiche, Weiss, O'Neill, Sartre, Ruzzante, Dostojewski, Buchner, Dorst, Molière, Gribojedow, Barker, Sternheim, Borchert, Gaudé, Marivaux und Jack London gewandt haben.

Born: 1949-02-25 in Caen, Calvados, France