
Hellbender
Die junge Izzy lebt gemeinsam mit ihrer Mutter abgeschieden von jeglicher Zivilisation, denn laut ihrer Mutter leidet der Teenager an einer Krankheit, die den Kontakt zu anderen unmöglich macht. Und auch wenn Izzy gerne Freunde hätte, scheint sie glücklich mit ihrem Leben - bis sie die gleichaltrige Amber und ihre Freunde kennenlernt. Bei einem Trinkspiel isst Izzy einen lebendigen Wurm und entfesselt damit gefährliche Kräfte, die ihre Mutter vor der Welt verstecken wollte! Wild-atmosphärischer Folk Horror.
Zusammenfassung
In „Hellbender“ lebt die Teenagerin Izzy mit ihrer Mutter in einem abgelegenen Haus mitten im Wald. Die Mutter behauptet, Izzy leide an einer Krankheit, die jeden Kontakt mit anderen Menschen gefährlich mache. Deshalb haben sich die beiden ein abgeschottetes Leben eingerichtet, das zugleich fürsorglich und beklemmend wirkt. Sie musizieren gemeinsam in einer rauen, selbst gemachten Punkband, streifen durch die Natur und scheinen eine enge, beinahe symbiotische Beziehung zu führen. Doch hinter den alltäglichen Ritualen liegt eine spürbare Spannung: Die Mutter kontrolliert Izzys Bewegungsfreiheit, ihre Begegnungen und ihr Wissen über die eigene Vergangenheit. Izzys Neugier auf die Welt außerhalb des Hauses wächst, als sie die gleichaltrige Amber kennenlernt. Amber ist selbstbewusst, spontan und fasziniert von der ungewöhnlichen Lebensweise ihrer neuen Bekanntschaft. Durch sie erhält Izzy erstmals die Gelegenheit, Freundschaft, jugendliche Unbeschwertheit und eine Form von Freiheit zu erleben, die ihr bislang verwehrt blieb. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Verbindung, die jedoch bald von Misstrauen und unheimlichen Ereignissen überschattet wird. Bei einem scheinbar harmlosen Trinkspiel isst Izzy einen lebenden Wurm – ein verstörender Moment, der Kräfte in ihr weckt und eine Entwicklung auslöst, die ihre Mutter offenbar um jeden Preis verhindern wollte. Von da an verbindet „Hellbender“ die Geschichte einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung mit Elementen des Folk Horrors. Die Natur ist dabei nicht bloß idyllische Kulisse, sondern wirkt geheimnisvoll, lebendig und bedrohlich. Wälder, abgelegene Wege und das einsame Haus verstärken das Gefühl, dass Izzy in einer Welt gefangen ist, deren Regeln sie nicht versteht. Die zunehmend düstere Atmosphäre entsteht weniger durch spektakuläre Schockeffekte als durch verstörende Bilder, körperliche Unruhe und die Ahnung, dass hinter den Erklärungen der Mutter eine größere Wahrheit verborgen liegt. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Selbstbestimmung, Identität und familiärer Prägung. Izzy muss sich damit auseinandersetzen, wie stark ihr bisheriges Selbstbild von den Aussagen und Ängsten ihrer Mutter bestimmt wurde. Gleichzeitig zeigt der Film die Ambivalenz elterlicher Fürsorge: Schutz kann in Kontrolle umschlagen, Liebe in Abhängigkeit und die Angst vor einer vermeintlichen Gefahr in eine selbsterfüllende Bedrohung. Die Freundschaft mit Amber wird so zum Katalysator für Izzys Erwachsenwerden und für ihren Wunsch, die eigene Geschichte selbst zu verstehen. „Hellbender“ ist ein eigenwilliger, atmosphärischer Indie-Horrorfilm, der mit einfachen Mitteln eine dichte, unheimliche Welt erschafft. Seine rohe Musik, die enge Bildsprache und die beinahe märchenhafte Folklore verleihen ihm eine persönliche Note. Statt die Handlung ausschließlich auf Schreckmomente zu reduzieren, erzählt der Film von Pubertät, Isolation und der schmerzhaften Ablösung von einer prägenden Beziehung. Die zentralen Geheimnisse werden dabei nach und nach angedeutet, ohne dass der Film seine Wirkung allein aus großen Enthüllungen bezieht.






