
Wildhood
Der 16-jährige Link und sein Halbbruder Travis leben bei ihrem gewalttätigen Vater in einem Trailer-Park an der Ostküste Kanadas. Als Link erfährt, dass seine indigene Mutter, anders als der Vater immer erzähle, noch am Leben sein könnte, machen sich die Brüder auf die Suche nach ihr und einem besseren Leben. Auf ihrem Weg treffen sie den Two-Spirit Pasmay, der Link nicht nur bei der Entdeckung seiner Wurzeln und seiner wahren Identität hilft, sondern auch noch ganz andere Gefühle in ihm weckt ... Bretten Hannam drehte "Wildhood" in der betörenden Landschaft von Novia Scotia, dem ehemaligen Stammesgebiet der Mi'kmaq, und teilweise auch in der Sprache des indigenen Volks. Elegant verknüpft sein Road Movie die Suche eines Jungen nach seiner kulturellen Identität mit seinem sexuellen Erwachen - und wurde dafür bereits auf den Filmfestival Toronto gefeiert.
Zusammenfassung
„Wildhood“ erzählt von dem 16-jährigen Link, der mit seinem jüngeren Halbbruder Travis in einem Trailer-Park an der kanadischen Ostküste lebt. Ihr Alltag ist von Armut, Unsicherheit und der Gewalt ihres Vaters geprägt. Link hat gelernt, sich um Travis zu kümmern und Konflikten aus dem Weg zu gehen, doch sein Bild von der eigenen Familie gerät ins Wanken, als er Hinweise erhält, dass seine indigene Mutter entgegen den Erzählungen des Vaters noch leben könnte. Gemeinsam brechen die Brüder auf, um nach ihr zu suchen. Ihre Reise führt sie durch die eindrucksvollen Landschaften Nova Scotias und zugleich in eine Welt, die Link bislang weitgehend verborgen geblieben ist: die Kultur und Geschichte der Mi’kmaq. Unterwegs begegnen sie Pasmay, einer charismatischen Two-Spirit-Person, die sich ihnen anschließt. Pasmay wird für Link zu einer wichtigen Vertrauensperson und hilft ihm, Fragen nach seiner Herkunft, seiner Zugehörigkeit und seinem eigenen Begehren zuzulassen. Zwischen den beiden entsteht eine zarte, tastende Nähe, während Travis mit seiner eigenen Loyalität und den Belastungen der gemeinsamen Vergangenheit ringt. Regisseur Bretten Hannam verbindet in seinem Roadmovie die äußere Suche nach einer verschwunden geglaubten Mutter mit einer inneren Reise. Links Weg führt ihn weg von den Lügen und Begrenzungen seines Elternhauses, hin zu einem selbstbestimmteren Verständnis seiner Identität. Dabei behandelt der Film die Folgen familiärer Gewalt ebenso wie die Auslöschung und Verdrängung indigener Herkunft. Die Begegnung mit Pasmay eröffnet zudem eine queere Perspektive auf Liebe, Geschlecht und Selbstfindung, ohne Links Gefühle auf eine einfache Coming-out-Geschichte zu reduzieren. „Wildhood“ ist ein ruhig erzähltes, atmosphärisches Drama, das seine Themen eng mit der Landschaft und der Sprache der Mi’kmaq verknüpft. Die Natur wirkt dabei nicht bloß als Kulisse, sondern als Raum der Erinnerung, Orientierung und möglichen Heilung. Zwischen Roadmovie, Coming-of-Age-Film und Liebesgeschichte entwickelt sich ein sensibles Porträt eines jungen Menschen, der lernen muss, die eigene Vergangenheit anzunehmen, um sich eine Zukunft vorstellen zu können.








