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Einsatz an der Front: Ein deutscher Scharfschütze und sein Kampf für die Ukraine

Einsatz an der Front: Ein deutscher Scharfschütze und sein Kampf für die Ukraine

Im Jahr 3 nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine wird derzeit auch auf diplomatischen Parkett gekämpft wie selten zuvor. Ausgerechnet Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán reiste nach Moskau, um über Frieden, Waffenstillstand oder was auch immer zu verhandeln. Und was macht Putin? Der lässt währenddessen fleißig Schulen, Krankenhäuser und Dörfer bombardieren. Wie es an der Front derzeit aussieht und wie verzweifelt die Lage der Ukrainer ist, darüber berichten unser Reporter Andreas Lünser und Kameramann Jochen Blum in einer exklusiven Reportage. (08.01.2024)

2026-01-22 10:37:34 +0000 UTC2026-01-22 11:00:00 +0000 UTC(22m)
Iberico-Schinken: Spaniens Nationalheiligtum

Iberico-Schinken: Spaniens Nationalheiligtum

Luftgetrockneter Schinken vom Ibericó-Schwein ist eine weltberühmte Spezialität und für Spanier ein nationales Heiligtum. Die höchste Qualitätsstufe stammt von schwarzen Schweinen, die frei unter Kork- oder Steineichen leben und nach Eicheln wühlen. Doch der Großteil der Ibericó-Schweine lebt in Massentierhaltung – mit gravierenden Auswirkungen für die Umwelt. Iberischer Schinken gilt international als Produkt der Spitzenklasse und hat dazu beigetragen, dass Spanien einer der größten Schweinefleischproduzenten Europas geworden ist. »Sein einzigartiges Aroma überflutet den Gaumen!« sagt Florencio Sanchidrián, der die Spezialität als professioneller Schinken-Aufschneider schon im Weißen Haus präsentiert hat. Schon am Glanz der luftgetrockneten Keule kann Sanchidrián erkennen, ob das Schwein mit Eicheln gefüttert wurde. Doch längst nicht alle Schweine wachsen in idyllischen Eichenhainen auf. Denn die Aufzucht dort ist schwierig geworden. Durch die steigenden Temperaturen der letzten Jahre tragen die Bäume deutlich weniger Eicheln. Das bedeutet für Schweinebauern wie Rafael Muñoz weniger Schweine und weniger Umsatz. Trotzdem möchte der junge Bauer aus Andalusien die traditionelle Aufzucht der schwarzen Schweine, die schon römische Legionäre vor rund zweitausend Jahren in der Extremadura praktizierten, so lange wie möglich fortführen. Doch viele Züchter von Ibericó-Schweinen sind auf Massentierhaltung umgestiegen. Die intensive Schweinezucht in Spanien hat mittlerweile massive Auswirkungen auf die Umwelt. Besonders deutlich ist das in Murcia zu beobachten, am Mar Menor, der größten Salzwasserlagune Europas. Schweinezucht und Landwirtschaft in der Region haben der Lagune zugesetzt. Das zeigen hohe Nitratwerte im Wasser. Selbst die Europäische Union hat Spanien deshalb bereits verklagt. Tomás Perez setzt sich für den Schutz des Biotops ein. Doch trotz zahlreicher Anzeigen ist kein Wandel in Sicht. In den letzten Jahren kam es zu einem massiven Fischsterben in der Lagune. Und im Sommer 2023 kam es zu einer Quallen-Invasion: Sie gelten als Anzeichen für Verschmutzung. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (28.02.2024)

2026-01-22 14:36:44 +0000 UTC2026-01-22 15:06:59 +0000 UTC(30m)
Rechtsextreme in der Wikinger-Szene

Rechtsextreme in der Wikinger-Szene

Helme, Schwerter und historische Schlachten - einmal im Jahr versammeln sich Wikingerfans im polnischen Wolin zum größten Wikingerfestival der Welt. Hunderte von Kriegern spielen hier das Leben der Nordmänner nach. Doch das Kostüm-Spektakel ist nicht nur Treffpunkt von Hobby- und Freizeitwikingern. Seit Jahren mischen sich auch Rechtsextreme unter Teilnehmer und Besucher. Für Dennis ist das Leben der Wikinger nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung. Am Wochenende zieht es den Schlosser und seine Frau Jenny, eine Supermarkt-Filialleiterin, in ein selbstgebautes Wikingerdorf in der Nähe von Alfeld in Niedersachsen. Mit 20 anderen Gleichgesinnten leben sie hier fast wie vor 1000 Jahren: ohne Strom, fließendes Wasser oder Fernsehen. Das Festival in Wolin ist für die Alfelder Gruppe ein Highlight des Jahres. Hier treffen sie Tausende Wikingerfans aus aller Welt. Wie beispielsweise Igor aus Stettin. Der Pole hat in der Szene den Status eines Fürsten. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht, ist historischer Berater bei Filmproduktionen und zeigt auch vor der Kamera gerne seine Schwertkunst. In Wolin führt er ein ganzes Heer auf das Feld, wenn sie historische Schlachten nachstellen. Aber im Gegensatz zur blutigen Geschichte wird in Wolin mit stumpfen Schwertern und nach strengen Regeln gekämpft, um die Verletzungsgefahr möglichst gering zu halten. Doch die Wahlwikinger müssen sich aktuell an einer ganz anderen Front verteidigen. Denn auf dem Festival werden immer häufiger Hakenkreuze sowie andere rechte Symbole offen zur Schau gestellt. Runen und Rüstungen locken Rechtsextreme schon seit der Zeit des Nationalsozialismus an. Ein Beispiel ist das Wikingermuseumsdorf in Oerlinghausen. Es wurde vom NS-Regime erbaut, um die Überlegenheit der „nordischen Rasse“ zu demonstrieren. Museumsleiter Karl Banghard beobachtet seit Jahren eine Unterwanderung der Wikinger-Szene durch Rechtsextreme - besonders auf dem Festival in Wolin. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (02.03.2024)

2026-01-22 14:04:52 +0000 UTC2026-01-22 14:36:44 +0000 UTC(31m)
Ein Leben für Allah und Koks: Der Hacker des Bösen

Ein Leben für Allah und Koks: Der Hacker des Bösen

Harry Machura hat ein bewegtes, kriminelles Leben hinter sich. Früher war er radikaler Islamist, warb für den Heiligen Krieg und für al-Qaida. Seine Waffen waren allerdings nicht Kalaschnikow und Handgranate, sondern das Internet. Er betrieb die populäre Internetseite »Islamic Hacker Union«, veröffentlichte dort Propagandamaterial und Anleitungen zum Bombenbau. Dafür musste er später ins Gefängnis. Nach Absitzen seiner Haftstrafe setzte er seine IT-Fähigkeiten als Computerspezialist für eine Hamburger Drogen-Gang ein, die tonnenweise Kokain schmuggelte. Ein Leben für Allah und Koks: jetzt spricht Machura zum ersten Mal exklusiv über seine kriminelle Karriere. (04.03.2024)

2026-01-22 13:15:00 +0000 UTC2026-01-22 13:52:32 +0000 UTC(37m)
Die »Schnee-Männer«: Koks, Ku´damm und Kartelle

Die »Schnee-Männer«: Koks, Ku´damm und Kartelle

Es geht um die unglaubliche Geschichte einer Drogengang aus Berlin, die im internationalen Kokain-Business ganz oben mitspielte – die Stoff aus Südamerika importierte, als seien es Bananen, aber nicht mitbekam, dass sich eines Tages das Bundeskriminalamt für sie interessierte. Ein Krimi mit den Zutaten Koks, Kohle und Knast – Claas Meyer-Heuer mit exklusiven Einblicken in eine absolut spektakuläre Ermittlungsarbeit. (28.07.2025)

2026-01-22 12:18:54 +0000 UTC2026-01-22 13:15:00 +0000 UTC(56m)
Die »Schnee-Männer«: Koks, Ku´damm und Kartelle

Die »Schnee-Männer«: Koks, Ku´damm und Kartelle

Es geht um die unglaubliche Geschichte einer Drogengang aus Berlin, die im internationalen Kokain-Business ganz oben mitspielte – die Stoff aus Südamerika importierte, als seien es Bananen, aber nicht mitbekam, dass sich eines Tages das Bundeskriminalamt für sie interessierte. Ein Krimi mit den Zutaten Koks, Kohle und Knast – Claas Meyer-Heuer mit exklusiven Einblicken in eine absolut spektakuläre Ermittlungsarbeit. (28.07.2025)

2026-01-22 11:15:00 +0000 UTC2026-01-22 12:18:54 +0000 UTC(1h3m)
Einsatz an der Front: Ein deutscher Scharfschütze und sein Kampf für die Ukraine

Einsatz an der Front: Ein deutscher Scharfschütze und sein Kampf für die Ukraine

Im Jahr 3 nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine wird derzeit auch auf diplomatischen Parkett gekämpft wie selten zuvor. Ausgerechnet Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán reiste nach Moskau, um über Frieden, Waffenstillstand oder was auch immer zu verhandeln. Und was macht Putin? Der lässt währenddessen fleißig Schulen, Krankenhäuser und Dörfer bombardieren. Wie es an der Front derzeit aussieht und wie verzweifelt die Lage der Ukrainer ist, darüber berichten unser Reporter Andreas Lünser und Kameramann Jochen Blum in einer exklusiven Reportage. (08.01.2024)

2026-01-22 10:37:34 +0000 UTC2026-01-22 11:00:00 +0000 UTC(22m)
Vom Luxus zum Verzicht: Wir sprechen mit Jens Hilbert über Geld

Vom Luxus zum Verzicht: Wir sprechen mit Jens Hilbert über Geld

Jens Hilbert, ein millionenschwerer Unternehmer, der sein Vermögen mit dauerhafter Haarentfernung gemacht hat, führte lange ein Leben im Luxus, geprägt von einer 400 Quadratmeter-Villa, teuren Statussymbolen, sowie Red-Carpet- und TV-Auftritten. Der passionierte Reiter gewann 2017 das Zuschauer-Voting und verließ den Big Brother Container als Sieger. 2021 kam dann die Kehrtwende: Hilbert schwört dem Luxus ab. Was ist im Leben von Jens Hilbert passiert? Reden wir über Geld! (06.07.2024)

2026-01-22 10:01:16 +0000 UTC2026-01-22 10:17:42 +0000 UTC(16m)
Wer war Martin Bormann? – Der Strippenzieher

Wer war Martin Bormann? – Der Strippenzieher

Hitler bezeichnete ihn einmal als seinen treuesten Anhänger. Martin Bormann war schon früh glühender Antisemit und rechtsradikaler Extremist. Mit vorauseilendem Gehorsam erarbeitet sich Bormann zahlreiche Ämter – und macht sich so unentbehrlich. Acht Jahre lang war Bormann Stabschef des Führerstellvertreters Rudolf Heß. Nachdem Heß aufgrund seines mysteriösen Schottland-Fluges aller Ämter enthoben wurde, gelang es Bormann, sich von ihm zu distanzieren und sogar sein Nachfolger als Hitlers Privatsekretär zu werden. Im Krieg wurde Bormann engster Vertrauter des Diktators und erreichte schließlich eine Position, in der er über alles und jeden bestimmte, was zu Hitler vordringen sollte. Während des NS-Regimes blieb er den meisten Deutschen unbekannt, doch Bormann war der mächtige Strippenzieher des »Dritten Reiches«. Im Schatten seines Führers Adolf Hitler sorgte der devote Intrigant dafür, dass die Diktatur bis zum Schluss erbarmungslos funktionierte. (20.07.2024)

2026-01-22 09:35:02 +0000 UTC2026-01-22 10:01:16 +0000 UTC(26m)
Heuschnupfen auf dem Vormarsch: Die neue Volkskrankheit?

Heuschnupfen auf dem Vormarsch: Die neue Volkskrankheit?

Heuschnupfen wird zur Volkskrankheit. Fast 10 % aller Krankschreibungen sind auf die allergische Krankheit zurückzuführen. Dazu hat sich die Pollenflugdauer durch den Klimawandel verlängert. Dennoch sind die Allergiker den Pollen nicht hilflos ausgeliefert. Aktuelle Forschungen zeigen, dass es von Akupunktur bis zu Antihistamin wirksame Hilfe gegen die Krankheit gibt. Die begeisterte Marathonläuferin Steffi leidet seit Jahren unter Heuschnupfen. Bei ihr beginnt kein Training, ohne Check des Pollenflugradars. Steffi teilt gern ihre Allergie-Erfahrung mit Ihrer Freundin Carolin und hilft ihr, die Pollenbelastung in ihrer Wohnung zu reduzieren. Gemeinsam nehmen Steffi und Carolin an Studien der Europäischen Stiftung für Allergieforschung teil. Unter der Leitung von Prof. Bergmann werden in einer weltweit einzigartigen Pollenflugkammer die Auswirkungen der Pollen auf die Menschen erforscht. Der Polleninformationsdienst betreibt zahlreiche Pollenmessstationen, durch die die Pollenbelastung regelmäßig erfasst wird. Für die Allergikerin Laura bringt eine Akupunktur Behandlung neue Hoffnung, in diesem Jahr symptomfrei zu sein. Anerkannte Studien belegen die Wirksamkeit von Akupunktur bei Heuschnupfen. Werden die Nadeln Laura helfen? Die Forscher des Allergieforschernetzwerkes RNSA haben über die letzten Jahrzehnte einen deutlichen Anstieg der Pollenbelastung festgestellt. Denn steigende Temperaturen, CO2-Emissionnen und Luftverschmutzung sind Faktoren, die den Pollenausstoß fördern. Deshalb arbeitet die Stadt Lyon Hand in Hand mit den Forschern des RNSA. Allergieforscher Samuel Monnier führt Studien zur Pollenbelastung in den Grünanlagen der Stadt durch und berät Diana Sepulveda von der Gesundheits- und Umweltbehörde. Welche Pflanzen sollten bei der Begrünung von öffentlichen Anlagen in Zukunft vermieden werden? In einem Wohngebiet werden die hochallergenen Birken, die dort 2011 gepflanzt wurden, nach und nach durch nicht-allergene Gattungen ersetzt. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (21.05.2024)

2026-01-22 08:52:43 +0000 UTC2026-01-22 09:22:55 +0000 UTC(30m)
Krieg ohne Ende: Warum die Frontsoldaten vom US-Präsidenten enttäuscht sind

Krieg ohne Ende: Warum die Frontsoldaten vom US-Präsidenten enttäuscht sind

Ben hat früher mal in Köln gelebt. Jetzt steht der Deutsche in einem Wald nahe der Front und bildet Kämpfer an der Waffe aus. Er gehört zur 3. Sturmbrigade, ist seit Kriegsbeginn dabei und hat bereits einen Gas- und einen Drohnenangriff überlebt. »Wir leben von Tag zu Tag«, sagt der Inhaber eines bekannten Friseursalons. »Man ist einfach nur froh, überhaupt noch am Leben zu sein.« Denn der Krieg in der Ukraine geht trotz der Friedensbemühungen von US-Präsident Donald Trump unvermindert weiter. Kremlchef Wladimir Putin scheint kein allzu großes Interesse an einer Lösung des Konflikts zu haben. SPIEGEL-TV-Reporter Andreas Lünser hat einen deutschen Sanitäter getroffen, eine geheime Drohnen-Produktion besichtigt und eine unterirdische Schule in Charkiw besucht. Sie bietet bis zu 800 Schülern Platz. Wenn oben die Bomben fliegen, kann unten unterrichtet werden. (14.04.2025)

2026-01-22 03:06:33 +0000 UTC2026-01-22 03:28:28 +0000 UTC(21m)
Die Erde bebt auf Santorin: Eine Insel zwischen Hoffen und Bangen

Die Erde bebt auf Santorin: Eine Insel zwischen Hoffen und Bangen

Auf der griechischen Insel Santorin bebt seit Ende Januar 2025 mehrmals täglich die Erde. Seismologen untersuchen noch, ob der Ausbruch eines unterseeischen Vulkans droht. Aus Furcht vor den Erdbeben und einem Tsunami haben rund zwei Drittel der 16.000 Bewohner die Insel verlassen. Andere harren aus und bereiten sich trotz allem auf die bevorstehende Tourismus-Saison vor. Christina Kaloudi ist geblieben, um sich um zurückgelassene Tiere zu kümmern. Seit neun Jahren betreibt sie ein privates Tierheim auf Santorin und versorgt täglich 130 Tiere, darunter ausgemusterte Esel und Mulis. Trotz der Erdbeben setzt sie ihre Arbeit fort. Als sie über eine Chatgruppe erfährt, dass in der Nähe des Hafens mutterlose Hundewelpen gesichtet wurden, macht sie sich auf die Suche. Auch Wiebke Godau ist auf der Insel geblieben. Die gebürtige Deutsche führt zwei Hotels an der malerischen Caldera und hält einen Notbetrieb für die wenigen Gäste aufrecht. Die Planung der bevorstehenden Saison ist eine Herausforderung. Normalerweise besuchen mehr als drei Millionen Touristen die malerische Kykladeninsel. Doch zahlreiche Stornierungen und das Ausbleiben vieler Kreuzfahrtschiffe bereiten den Insulanern Sorgen. Wiebke Godau versucht, trotz der Situation gelassen zu bleiben und zu improvisieren – beides habe sie von ihren griechischen Freunden gelernt. Ihre Saisonarbeiter beschäftigt sie vorsorglich weiter. Der Umsatz ist auch bei Kyriakos Prekas eingebrochen. Der Fischer in dritter Generation bleibt mit seinem Boot nur noch in Küstennähe. »Ich habe keine Angst vor dem Erdbeben oder dem Vulkan. Das Einzige, wovor ich Angst habe, ist ein Tsunami«, sagt er. Obwohl er wirtschaftlich unter der Situation leidet, lässt sich Kyriakos nicht die Laune verderben und feiert mit Freunden das Leben und die Schönheit seiner Insel. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (16.04.2025)

2026-01-22 02:36:22 +0000 UTC2026-01-22 03:06:33 +0000 UTC(30m)
Jung und wohnungslos in Österreich: Gestellt auf sich selbst

Jung und wohnungslos in Österreich: Gestellt auf sich selbst

Sie sind jung und wohnungslos: Circa ein Drittel der Obdachlosen in Österreich ist zwischen 18 und 30 Jahre alt. Aufgewachsen im Heim oder bei Pflegefamilien, müssen sogenannte »Careleaver« mit dem Erreichen der Volljährigkeit das Hilfesystem verlassen und sind auf sich selbst gestellt. Ohne Wohnung und feste Arbeit ist der Einstieg in die Selbstständigkeit eine Herausforderung. Die 21-jährige Martina lebt in Klagenfurt und ist wohnungslos. Seit drei Jahren verbringt sie jede Nacht bei wechselnden Bekannten. Bricht eine Schlafmöglichkeit weg, bleibt ihr nur die Straße. Dieses »Couchsurfing« ist typisch für wohnungslose junge Erwachsene und bedeutet ein Leben im Dauerstress. Auch für den jungen Obdachlosen Sirius aus Wien. Trotz Ausbildung findet er ohne festen Wohnsitz keinen Job. Er sagt, dass er seine Freiheit liebt, doch das Leben auf der Straße ist gefährlich. Junge Menschen aus prekären Lebensverhältnissen sind besonders gefährdet, wohnungs- oder obdachlos zu werden. Bis 2030 soll in Europa niemand mehr auf der Straße leben müssen, diesem Ziel haben sich 2021 alle europäischen Mitgliedstaaten verpflichtet. Einige EU-Staaten setzen deshalb auf das Konzept »Housing First«. Dabei hat ein eigener Wohnraum für Betroffene die höchste Priorität. Erst dann wird an komplexen Themen wie psychische Gesundheit oder Jobsuche gearbeitet. Vor allem in Großstädten ist das Modell vielversprechend. Aber auch in ländlichen Regionen ist Wohnungslosigkeit unter jungen Menschen ein Problem. In Deutschlandsberg in der Steiermark fürchten Laura und Danny, ihre Wohnung zu verlieren. Laura ist arbeitsunfähig und Danny ist Deutsche und hat keinen Anspruch auf Sozialleistungen in Österreich. Günstiger Wohnraum ist auch in vielen ländlichen Gegenden Österreichs knapp. Wird es dem Paar mit Unterstützung einer Streetworkerin gelingen, der drohenden Wohnungslosigkeit zu entgehen? Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (22.04.2025)

2026-01-22 02:06:16 +0000 UTC2026-01-22 02:36:22 +0000 UTC(30m)
Polizeischüsse auf Lorenz A.: Was geschah wirklich in der Osternacht in Oldenburg?

Polizeischüsse auf Lorenz A.: Was geschah wirklich in der Osternacht in Oldenburg?

Es geschah in der Nacht zu Ostersonntag: Ein schwarzer Jugendlicher wird von einem Polizisten erschossen. Von hinten mit drei Kugeln. So viel ist sicher. Kompliziert ist, was danach geschieht. Die Opferseite prangert Rassismus an und die Staatsanwaltschaft liefert im Zeitlupentempo neue Informationen. So kommt erst Tage nach dem Vorfall raus, dass das Opfer sein Messer in der Hosentasche und nicht in der Hand hatte, und dass der Schütze seine Bodycam nicht ein-, sondern ausgeschaltet hatte. Adrian Altmayer und Ottilie Wied mit einem nüchternen Blick auf die Faktenlage. (28.04.2025)

2026-01-22 01:47:10 +0000 UTC2026-01-22 01:53:51 +0000 UTC(6m)
Türkische Teppichkultur am Ende? – Eine jahrhundertealte Tradition in Gefahr

Türkische Teppichkultur am Ende? – Eine jahrhundertealte Tradition in Gefahr

Die Türkei ist für ihre Teppichkunst berühmt – doch die jahrhundertealte Tradition ist in Gefahr. Maschinell gefertigte Massenware ist billiger als Handarbeit und verdrängt nach und nach die kunstvoll gewebten Unikate. Eine junge Unternehmerin stellt sich dem Abwärtstrend entgegen und versucht, die einzigartige Teppichkultur ihrer Heimat zu bewahren. Für Damla Saydam ist der türkische Teppich eine Frage der kulturellen Identität. Doch aus dem einstigen Exportschlager ist ein Nischenprodukt geworden. Selbst in den traditionellen Teppichgeschäften des Istanbuler Großen Basars werden maschinell hergestellte Teppiche aus China, Indien oder der Türkei verkauft, die Händler handgewebter Teppiche bleiben auf ihrer Ware sitzen. Ohne Absatzmarkt lohnt sich das Geschäft für die Weberinnen und Weber nicht mehr. Für Damla ist das eine besorgniserregende Entwicklung: »Wenn niemand mehr weiß, wie man webt und knüpft und keiner mehr die alten Muster kennt, dann endet irgendwann unsere großartige Teppichkultur«, sagt die 34-Jährige. Gegen den Trend hat Damla Saydam in Bergama im Westen der Türkei ein kleines Teppichgeschäft für handgewebte Teppiche eröffnet und baut sich derzeit ein eigenes Netzwerk auf: von den Weberinnen in der Umgebung bis zu den Kunden, die bereit sind, für Naturprodukte und Handwerkskunst einen entsprechenden Preis zu zahlen. Früher stand vor allem in den ländlichen Gegenden der Türkei in fast jedem Haushalt ein Webstuhl. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Arbeit ist hart und schlecht bezahlt, und auf den Feldern liegen immer weniger Teppiche, die in der Sonne trocknen und bleichen. Während die Kunst des Teppichwebens oder -knüpfens einst von Generation zu Generation weitergegeben wurde, wünschen sich selbst viele der verbliebenen Teppich-Knüpferinnen heute für ihre Kinder »geregelte Berufe mit Sozialversicherung«. Für ihre Kunden lässt Damla eigene Designs weben und hofft, der Branche damit neue Impulse zu geben. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (07.05.2025)

2026-01-22 01:17:23 +0000 UTC2026-01-22 01:47:10 +0000 UTC(29m)