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Wenn aus Liebe Mord wird: »Der Papa hat die Mama tot gemacht«

Wenn aus Liebe Mord wird: »Der Papa hat die Mama tot gemacht«

Fast jeden zweiten Tag stirbt eine Frau in Deutschland - getötet von ihrem Partner oder Ex-Partner. Es sind Fälle wie die von Carina K.: Die dreiundzwanzigjährige wurde von ihrem syrischen Ehemann mit 29 Messerstichen umgebracht. Offensichtlich ging es um verletzten Stolz. Ein Film über Mörder, Opfer, Angehörige und die Frage, wie Frauen sich besser schützen können. (23.09.2024)

2025-12-09 20:49:54 +0000 UTC2025-12-09 21:03:46 +0000 UTC(13m)
»Skincare-Hype« unter Kindern: Was macht das mit Minderjährigen?

»Skincare-Hype« unter Kindern: Was macht das mit Minderjährigen?

Kinderschminke war gestern: Heute wetteifern viele Kinder und Jugendliche um eine makellose Haut durch zum Teil exklusive Kosmetika. Die Ergebnisse aufwendiger »Skincare-Routinen« werden auf Social Media geteilt und millionenfach geliked. Doch viele der beworbenen Produkte wurden für die Haut Erwachsener entwickelt und Dermatologen sind alarmiert. Die falsche Anwendung von Kosmetik-Produkten wie Antifaltencremes kann auf Kinderhaut ernste Probleme auslösen. In der Praxis von Dermatologin Bettina Banasch klagen Mädchen und zunehmend auch Jungen immer häufiger über Hautirritationen oder allergische Reaktionen. »Die Schutzschicht der Kinderhaut ist noch nicht voll entwickelt. Manche Anti-Aging-Produkte enthalten Inhaltsstoffe, die ihr schaden«, sagt die Hautärztin. Der Wunsch nach einer makellosen Haut ist groß, Druck entsteht vor allem durch den Vergleich auf Social Media, wo der Markt sogenannter »Skinfluencer« wächst. Auf TikTok sind diese selbst oft noch im Teenageralter, ihre Followerinnen und Follower teilweise noch jünger. Große Kosmetikmarken halten so Einzug in die Kinderzimmer. Wie bei den Schwestern Roxane und Christina, 13 und 11 Jahre alt, aus Madrid: Sie beginnen jeden Tag mit ihrer Skincare-Routine. Mit Tonics, Lotionen und Cremes wollen sie damit etwa gegen Pickel, trockene Haut und Rötungen vorgehen. Christina nimmt auch selbst Videos auf, in denen sie Produkte zeigt, teilt diese jedoch nur mit ihren Freundinnen. »Ich habe Angst, dass die Mädchen in der Schule es sehen und doofe Kommentare abgeben.« Auch die achtjährige Amelia aus Nottingham cremt und schmiert viel für einen makellosen Teint. Seit sie drei Jahre alt ist, nimmt sie regelmäßig an Miss-Wahlen teil und konkurriert hier mit anderen Mädchen. »Du musst schön aussehen, um gewinnen zu können und glücklich zu sein«, so Amelia. Was macht der Beauty-Hype mit Kindern und Jugendlichen? Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (03.01.2025)

2026-01-27 03:39:44 +0000 UTC2026-01-27 04:11:52 +0000 UTC(32m)
Leben mit der Lava auf Island: Das Reich von Feuer und Eis

Leben mit der Lava auf Island: Das Reich von Feuer und Eis

Immer wieder reißt im Süden Islands die Erde auf und glühende Lavaströme bedrohen die Hafenstadt Grindavik. Drei Häuser und viele Straßen wurden dabei zerstört. Die Behörden evakuierten schon mehrfach den Ort und die meisten Bewohner*innen haben die Stadt verlassen. Doch einige Grindaviker wollen nicht fort und kehren zurück, sobald die Lava erkaltet ist. Eirikur Dagbjartsson gehört zur Gruppe der rund 50 »Starrköpfigen«, die nicht akzeptieren wollen, dass die Lavaströme das Ende von Grindavik besiegeln. Obwohl es jederzeit zu einem neuen Ausbruch kommen kann, wollen Eirikur und seine Mitstreiter zeigen, dass es möglich ist, trotz der Gefahr weiterhin in der Hafenstadt zu leben. Dabei gleicht Grindavik einer Geisterstadt. Schulen und Geschäfte sind geschlossen, die meisten der rund 4.000 Einwohner haben ihre Häuser an den Staat verkauft und sind fortgezogen. Um die wenigen Rückkehrer kümmert sich ein soziales Service-Team, denn viele Bewohner berichten von Angstzuständen und Schlafstörungen. Auch Scheidungen und Alkoholprobleme haben mit den Vulkanausbrüchen zugenommen. Die Isländer leben seit Jahrhunderten mit dem Vulkanismus. Er bringt ihnen Wärme und auch Touristen, die die spektakulären Landschaften von Europas jüngster Insel mit Wasserfällen, heißen Quellen und rund 30 aktiven Feuerbergen besuchen. Unter Island liegt ein sogenannter Hotspot, der wie ein Bunsenbrenner die Erdkruste aufschmilzt und immer wieder flüssiges Gestein aus dem Erdinneren nach oben drückt. Erst zweimal wurden dadurch bewohnte Siedlungen bedroht. 1973 auf den Westmännerinseln und jetzt Grindavik. Ein Schutzwall soll die Hafenstadt davor bewahren, dass beim nächsten Ausbruch wieder Lava in die Stadt fließt. Pall Einersson ist einer der erfahrensten Vulkanologen in Island. Täglich analysiert er die Daten der Messstationen rund um Grindavik, die die Erdbewegungen überwachen. Der Professor ist sich sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Vulkane erneut Lava spucken. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (07.01.2025)

2026-01-27 02:36:21 +0000 UTC2026-01-27 03:06:06 +0000 UTC(29m)
Attacke im Berliner Gericht: Clanmitglied schlägt Reporter nieder

Attacke im Berliner Gericht: Clanmitglied schlägt Reporter nieder

Es geht um Mahmoud Al Zein. Dreißig Jahre lebte der Clan-Boss in Berlin, bevor er gehen musste. In die deutsche Gesellschaft hat er sich in dieser Zeit nicht integriert, dafür aber fleißig an einer eigenen parallelen Gesellschaft gebastelt – mit sich an der Spitze und seiner Großfamilie als Hofstaat. Jetzt möchte der unfeine Herr zurückkommen und klagt vor Gericht. Warum dieser Umstand dazu führt, dass mein – ansonsten nicht zimperlicher – Kollege Thomas Heise im Krankenhaus endete, sehen Sie jetzt. (13.01.2025)

2026-01-27 01:47:53 +0000 UTC2026-01-27 01:56:57 +0000 UTC(9m)
Drogen-Hotspot Bremen: Frontbericht von einem schlimmsten Bahnhöfe Deutschlands

Drogen-Hotspot Bremen: Frontbericht von einem schlimmsten Bahnhöfe Deutschlands

Früher waren Bahnhöfe zum Verreisen da. Die älteren Zuschauer unter ihnen werden sich erinnern. Heute sind Bahnhöfe Hotspots für Rauschgiftdealer, Drogensüchtige und Polizisten. Die letzte Gruppe ist dafür da, die beiden ersten Gruppen in Schach zu halten. Eine undankbare Aufgabe, die am Hauptbahnhof in Bremen allerdings ziemlich heldenhaft erledigt wird. Melina Hemmer hat die Beamten in ihrer Schicht begleitet. (13.01.2025)

2026-01-27 01:36:37 +0000 UTC2026-01-27 01:47:53 +0000 UTC(11m)
Attacken auf Ärzte und Sanitäter: Wenn Patienten zu Schlägern werden

Attacken auf Ärzte und Sanitäter: Wenn Patienten zu Schlägern werden

Wann ist Deutschland eigentlich so wütend geworden? Und so respektlos im Umgang mit Anderen. Was geht in Menschen vor, die Rettungssanitäter oder Ärzte angreifen? Warum schlägt man die, die uns helfen wollen? Zu verstehen ist das nicht. Klar ist nur, dass die Zahl der Gewalttaten in diesem Bereich schneller steigt als die Gesamtkriminalität in Deutschland. Ein beängstigendes Phänomen, das sich Thomas Heise, Adrian-Basil Mueller und Jessy Schrödter angesehen haben. (20.01.2025)

2026-01-27 00:36:41 +0000 UTC2026-01-27 00:45:25 +0000 UTC(8m)
Wenig weltoffen: Rechter Protest gegen Kulturhauptstadt Chemnitz

Wenig weltoffen: Rechter Protest gegen Kulturhauptstadt Chemnitz

Wussten Sie, dass es bestimmte Trigger-Worte gibt, bei denen Neonazis vollkommen durchdrehen? Worte wie Windrad, Gendersprache, Klimaschutz oder neuerdings der Begriff Kultur. Kunst, Museen, Theater, Performances – so was kommt bei Rechten gar nicht gut an. Und wenn eine Stadt wie Chemnitz verdientermaßen zur Kulturhauptstadt Europas gewählt wird, dann ist der Ofen endgültig aus. Am Samstag entlud sich der Hass auf der Straße, stieß dort aber auf keine Gegenliebe. Mittendrin wie immer: Thore Brüggemann. (20.01.2025)

2026-01-27 00:31:35 +0000 UTC2026-01-27 00:36:41 +0000 UTC(5m)
Auf Streife in Kiel: Promille, Pöbler und Polizei

Auf Streife in Kiel: Promille, Pöbler und Polizei

Streifenpolizisten müssen sich jeden Tag mit den Schwächsten der Gesellschaft auseinandersetzen. Randalierer, Alkoholiker, Obdachlose – zahlreiche Delinquenten sorgen für eine große Menge an Arbeit. Auch im beschaulichen Kiel-Wiek erinnert die Spätschicht eher an eine Rundum-Betreuung für Sorgenkinder als an Verbrecherjagd. Warum das dennoch sehr bewundernswert ist, zeigt die Reportage von Vanessa Nischik. (20.01.2025)

2026-01-27 00:14:55 +0000 UTC2026-01-27 00:31:35 +0000 UTC(16m)
Trendsport Angeln: Faszination Fisch

Trendsport Angeln: Faszination Fisch

Mit fast sieben Millionen Anhänger*innen in Deutschland und sogar 18 Millionen in Frankreich ist Angeln eine weitverbreitete Tätigkeit. Ob als Sport, Hobby oder zur Selbstversorgung betrieben – einer oft unsichtbaren Beute aufzulauern scheint zu faszinieren. Doch Angler*innen kehren oft mit leeren Händen zurück. Was erklärt die Begeisterung? Thomas Vogel und Morgan Calu betreiben Angeln als Extremsport. Ihr Jahres-Highlight ist der SalmoTrek in den Pyrenäen. Drei Tage lang rennen 80 Teams von Bergsee zu Bergsee, mit dem Ziel, die meisten Forellen zu fangen. Der Fang wird gemessen und wieder freigelassen. Nach Bronze im vergangenen Jahr soll es für die beiden Franzosen die Goldmedaille werden. Angeln als Wettbewerb liegt Rüdiger Schülke hingegen eher fern, denn das sogenannte »Catch and Release« – das Fangen und wieder Freilassen von Fischen – ist in Deutschland wegen Tierquälerei verboten. Der ehemalige Marinesoldat ist Angler mit Leib und Seele, deshalb engagiert er sich ehrenamtlich als Angelkontrolleur an der Recknitz und der Ostseeküste. Ihm geht es um das Wohl und den Bestand der Fische. Wer Angelsport betreiben will, der muss sich an die Regeln halten: Angelerlaubnis und Fischereischein sind gefragt. Dass der Angelsport sich zunehmender Beliebtheit erfreut, spürt auch Thomas Czapla. Der ehemalige Industriekaufmann aus Flensburg hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit acht Jahren ist er selbstständiger Angelcoach. Thomas lehrt diverse Angeltechniken, vom Boot aus oder in der Brandung. Es ist vor allem sein Fachwissen, das seine Kunden interessiert: Mondphasen, Gezeiten, Strömungen oder die Beschaffenheit des Meeresbodens – alles hat Einfluss auf den Fischfang und soll zum Anglerglück führen. Doch am Ende macht eine Tugend den Unterschied: Geduld. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (21.01.2025)

2026-01-26 23:45:00 +0000 UTC2026-01-27 00:14:55 +0000 UTC(29m)
Die Baseballschlägerjahre (3): Rechts gegen Links

Die Baseballschlägerjahre (3): Rechts gegen Links

Nach der Deutschen Einheit dominieren im Osten der Republik Neonazis und Skinheads das Straßenbild. Der Baseballschläger wird zum Symbol für rechtsextreme Gewalt. Nazis prügeln mit ihm auf alles ein, was irgendwie anders ist: vor allem auf Migranten. Doch nicht nur Migranten werden bekämpft, sondern auch linke Gruppierungen. In Berlin finden wilde Straßenschlachten statt. SPIEGEL TV trifft damals einen Schlägertrupp der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) zum Interview. »Es ist ein Wettrüsten«, sagt ein Vermummter, »erst mit Fäusten, dann mit Baseballschlägern«. Der dritte Teil der dreiteiligen SPIEGEL TV-Dokumentation zeigt den Krieg der Rechtsextremisten gegen die linke Szene. Ein Film von Caro Niebisch und Philipp Schneuer. (03.10.2025)

2026-01-26 22:59:46 +0000 UTC2026-01-26 23:45:00 +0000 UTC(45m)
Die Baseballschlägerjahre (2): Deutschland brennt

Die Baseballschlägerjahre (2): Deutschland brennt

Hetzjagden auf Migranten, angezündete Asylbewerberheime und nationalbefreite Zonen: nach der Deutschen Einheit dominieren im Osten Neonazis und Skinheads das Straßenbild. Der Baseballschläger wird zum Symbol für rechtsextreme Gewalt. Auch Sven G. kann keiner aufhalten. Gemeinsam mit seinen rechten Kumpels brennt er im brandenburgischen Spremberg ein Flüchtlingsheim nieder. »Wir wollten denen auf die Schnauze hauen«, sagt er damals. Die zweite Folge der dreiteiligen SPIEGEL-TV-Dokumentation beschreibt die zunehmende Radikalisierung vieler Rechte, die ihren Tiefpunkt im Brandanschlag von Rostock-Lichtenhagen findet. Die Politik reagiert später mit einer Verschärfung des Asylgesetzes. Rechtsextremen feiern das: Der Staat war erpressbar geworden. Ein Film von Caro Niebisch und Philipp Schneuer. (03.10.2025)

2026-01-26 22:09:39 +0000 UTC2026-01-26 22:59:46 +0000 UTC(50m)
Im Verhör: Die Tinder-Schwindler (3)

Im Verhör: Die Tinder-Schwindler (3)

Carsten Schott hat lange die Dienststelle für phänomenbezogene Vermögensdelikte beim Landeskriminalamt Hamburg in Hamburg geleitet. Er kennt ihre Maschen und die tragischen Geschichten der Opfer. Die Dating-Plattformen sollen voll sein mit Fake-Profilen, 70-80%, so schätzt er. In der dritten Folge »Im Verhör: Die Tinder-Schwindler« spricht er über die explodierenden Zahlen beim Love-Scamming-Betrug und die Schwierigkeiten bei der Verfolgung der Straftäter. (18.04.2023)

2026-01-26 15:54:59 +0000 UTC2026-01-26 16:24:09 +0000 UTC(29m)
Boom der Bunker: Wohin im Ernstfall?

Boom der Bunker: Wohin im Ernstfall?

Der Ukraine-Krieg hat in Europa das Bedürfnis nach unmittelbaren Schutzmaßnahmen geweckt. Viele fragen sich, wo sie im Ernstfall Zuflucht finden. In Deutschland gibt es für die rund 84 Millionen Einwohner heute weniger als 500.000 Bunkerplätze. Dagegen ist die sogenannte Schutzraumpflicht in der Schweiz sogar gesetzlich verankert. Jedem Bürger steht dort ein Platz im Bunker zu. 2007 beschließt Deutschland, einen Großteil seiner öffentlichen Schutzräume stillzulegen. Viele von ihnen sind jetzt Hotels, Galerien oder Museen. So wie ein großer Bunker in Ilbenstadt bei Frankfurt am Main. Ob er wieder reaktiviert werden kann? Der Zivilschutzexperte Andreas Kling berät Behörden beim Katastrophen-Management und kennt sich mit Schutzanlagen aus. Sein Fazit nach der Besichtigung: »Um unseren Zivilschutz ist es schlecht bestellt. Er war jahrzehntelang nur ein Anhängsel des Katastrophenschutzes. Und das muss sich wieder ändern.« Das ist in der Schweiz anders. Fast jedes Gebäude ist hier mit einem Schutzraum ausgestattet. Die Firma Mengeu bei Zürich hat sich auf den Bau von Bunkern und deren Ausstattung mit Schutzraumtechnik spezialisiert. Seit dem Ukrainekrieg erhält die Firma mehr Aufträge als sonst, darunter auch viele Anfragen aus dem Ausland. Das Schweizer Modell sieht auch vor, dass die Bunkeranlagen mindestens alle 10 Jahre auf ihre Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. So soll rechtzeitig verhindert werden, dass im Ernstfall eine tonnenschwere Panzertür klemmt oder ein Gasfilter ausfällt. Welche Herausforderungen ein Aufenthalt im Bunker mit sich bringt, weiß Hauptmann Pius Bleisch von der Schweizer Armee. Denn das Militär nutzt regelmäßig alte Bunkerfestungen als Kasernen. So auch die Festung Castels im Kanton Sankt Gallen. Hier verbringt Bleischs Kompanie regelmäßig mehrere Wochen im Jahr. Das Leben unter Tage ist für die Männer und Frauen gewöhnungsbedürftig: Es gibt kein Tageslicht, die Luft ist stickig und der WLAN-Empfang schlecht. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV. (20.04.2023)

2026-01-26 15:22:44 +0000 UTC2026-01-26 15:54:59 +0000 UTC(32m)
Welterbe Ohridsee: Europas ältester See vor dem Kollaps

Welterbe Ohridsee: Europas ältester See vor dem Kollaps

Der Ohridsee ist mit rund 1,4 Million Jahren der älteste See Europas und ein Wunder der Natur. Doch durch Überfischung und Verschmutzung sind einzigartige Spezies im See vom Aussterben bedroht. Die beiden Anrainerstaaten Nordmazedonien und Albanien haben jedoch unterschiedliche Interessen und Umweltschutzgesetze. Das führt zu Konflikten. Der Ohridsee gilt als das Gewässer mit der höchsten Biodiversität weltweit. Selbst Arten, die überall sonst bereits ausgestorben sind, haben hier über viele Jahrtausende überlebt: Mehr als 200 Pflanzen und Lebewesen sind ausschließlich hier zu finden, wie zum Beispiel die Ohrid-Forelle. Doch diesen lebenden Fossilien droht Gefahr. Nordmazedonien und Albanien gehören noch immer zu den ärmsten Länder Europas und der Tourismus rund um den Ohridsee verspricht wirtschaftliches Wachstum, trägt aber auch zur Verschmutzung des prähistorischen Gewässers bei. Da der Fischbestand bereits sinkt und endemische Spezies vom Aussterben bedroht sind, will die UNESCO den See auf die Liste das gefährdete Welterbe setzen. Die Menschen in der Region sind zwiegespalten, zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und dem Schutz dieser einzigartigen Natur. So darf man in Albanien beispielsweise die Ohrid-Forelle noch fischen, was in Nordmazedonien bereits streng verboten ist. Ein Grund für ständige Konflikte an der Wassergrenze mitten im See. Toni Bllazhde lebt auf der albanischen Seeseite von der Fischerei und hat kein Verständnis für die strengen Maßnahmen der nordmazedonischen Grenzpolizei. Oft kommt es vor, dass die Fischerboote und Netze der albanischen Fischer konfisziert werden. Aus seiner Sicht ist der See immer noch gesund: »Die Ohrid-Forelle ist nicht in Gefahr. Ich verstehe es nicht! Warum macht die UNESCO so eine Panik?« Im Nachbarland sieht das der Taucher Nikola Paskali ganz anders. Er sammelt Abfälle und Schrott vom Boden des Sees und sagt: »Der Müll ist der Krebs des Sees«. Eine »Arte Re:«-Reportage von SPIEGEL TV.

2026-01-26 14:50:44 +0000 UTC2026-01-26 15:22:44 +0000 UTC(32m)