Alexandre Tharaud

Alexandre Tharaud

Alexandre Tharaud (* 9. Dezember 1968) ist ein französischer Pianist. Er ist ein gefragter Konzertpianist und hat eine umfangreiche und vielseitige Diskografie veröffentlicht. Der in Paris geborene Tharaud entdeckte die Musikwelt durch seine Mutter, die Tanzlehrerin an der Pariser Oper war, und seinen Vater, einen Amateurregisseur und Operettensänger. So trat Tharaud schon als Kind in Theatern in Nordfrankreich auf, wo die Familie viele Wochenenden verbrachte. Sein Großvater war in den 1920er und 1930er Jahren Violinist in Paris. Auf Anregung seiner Eltern begann Alexandre im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel und wurde in das Conservatoire des 14. Arrondissements aufgenommen, wo er von Carmen Taccon-Devenat, einer Schülerin von Marguerite Long, unterrichtet wurde. Mit 14 Jahren wechselte er ans Conservatoire de Paris, wo er im Alter von 17 Jahren den ersten Preis für Klavier in der Klasse von Germaine Mounier gewann. Bei Theodor Paraskivesco perfektionierte er sein Klavierspiel und holte sich Rat von Claude Helffer, Léon Fleisher und Nikita Magaloff. 1987 gewann er den dritten Preis beim Internationalen Maria-Canals-Wettbewerb in Barcelona und ein Jahr später beim Senigallia-Wettbewerb in Italien. 1989 wurde ihm der zweite Preis beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb in München verliehen. Seine Karriere entwickelte sich rasant in Europa, Nordamerika und Japan. 2009 wirkte er gemeinsam mit dem Schauspieler François Morel in einer Erik-Satie-Show mit. Zusammen mit der Sängerin Juliette organisierte er einen Satie-Tag in der Cité de la Musique, der für France Télévisions aufgezeichnet wurde. Er arbeitete außerdem mit dem französischen Komponisten Thierry Pécou zusammen und spielte im Oktober 2006 die Uraufführung seines ersten Klavierkonzerts im Théâtre des Champs-Élysées, das er später auch einspielte. 2012 wirkte Tharaud in Michael Hanekes französischem Film „Amour“ mit, in dem er sich selbst spielte, neben Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva und Isabelle Huppert. Er betonte jedoch, dass dies nicht der Beginn einer Filmkarriere für ihn sein würde. Die New York Times beschrieb sein Bach-Spiel bei einem Rezital 2005 als „präzise artikuliert und lebendig gezeichnet“. 2015 war Tharaud der Hauptinterpret des Prinsengrachtkonzerts in Amsterdam. Nach „Piano intime: conversations avec Nicolas Southon“ (Philippe Rey, 2013) veröffentlichte Tharaud 2017 sein zweites Buch „Montrez-moi vos mains“ (Zeig mir deine Hände) (Grasset, 2017), in dem er über seine Karriere, seine Arbeitsweise, seine Beziehungen zu Kollegen, die unterschiedlichen Zuhörerschaften weltweit und seine persönlichen Ansichten zum Musikerleben berichtet.

Born: 1968-12-09 in Paris, France